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Geschlechterstreit um 1900 - Inhaltsverzeichnis H.1 2000
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Einleitung
"In einer Zeit, wo über Natur- und Culturberuf, über physische und sittliche Bestimmung des Weibes so unendlich viel gesprochen und geschrieben, gedruckt und gelesen wird, wo Berufene und Unberufene, Ganz-, Halb-, Viertel-, und sogar Wenig-Gebildete sich mit dieser frage beschäftigen, erscheint es auffällig und für den Uneingeweihten beinahe unverständlich, daß von der Bestimmung des Mannes gar so selten, ja eigentlich niemals die Rede ist." Mit dieser polemisch formulierten Eingangsbemerkung rückte Marie Stritt in ihrer 1894 erschienenen Schrift über "Die Bestimmung des Mannes" einen ungewöähnlichen Gegenstand in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. War sonst >die Frau<, das problematische Geschlecht, über dessen Bestimmung wortreich verhandelt wurde, so war es für Stritt >der Mann< - mehr noch: >seine Bestimmung<. Eine solche Problematisierung war anstößig und fiel aus dem Rahmen. Für Stritt aber war die "frauenfrage im wahren Sinne des Wortes auch eine Männerfrage", ließ sich ihrer Ansicht nach "die besondere frage nach der Bestimmung der Frau" nur dann behandeln, wenn die "frage nach der Bestimmung des Mannes zugleich in Erwägung gezogen" würde. Die frauenfrage wurde von Stritt auf diese Weise als ein Anliegen beider Geschlechter dargestellt. Das Besondere erklärte sie damit zum Allgemeinen, an das Allgemeine legte sie die Meßlatte des Besonderen an. Eine solche Umkehrung der Per- spektive gab der Auseinandersetzung über die Bestimmung des weiblichen Geschlechts eine unerwartete Wendung.
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