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Die weisse Feder - Hat die Seele ein Geschlecht?
Die weisse Feder - Hat die Seele ein Geschlecht? Zytglogge, Bern, 2001 ISBN 3-7296-0610-7
Ich bewundere Menschen, die bereit sind, diesen Prozess auf sich zu nehmen. Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn Sie spürten, dass Ihre Geschlechtsorgane nicht zu Ihrem Geschlecht passen. Nichts stimmt mehr: Sie denken als Frau, sind aber ein Mann. Sie wollen einen Mann zum freund, sind aber nicht schwul. Menschen in dieser Situation verdienen unsere Achtung. Natürlich, es gibt sie, die exotischen Paradiesvögel, die früher oder später im Milieu, auf dem Strich landen. Aber viele Transsexuelle suchen etwas ganz anderes: eine Identität. Sie suchen ein Stück psychische Heimat, wo sie wissen, wer und was sie sind. Eine urmenschliche Suche.
Steffen Lukesch
Schon als Kind merkte er, dass er anders war als die anderen - ein fremder im eigenen Körper. Heimatlos und verstossen, misshandelt und unverstanden brach er zu einer langen Odyssee auf und lief, auf der verzweifelten Suche nach der eigenen Identität, immer wieder vor sich davon.
Er war Strichjunge an der Côte d'Azur, Revue-Tänzer im Berliner Nachtleben, Drag-Queen in der Basler Schwulenszene.
Auf Mittelmeer-Luxusjachten liess er sich als Steward anheuern, in Österreich diente er als Butler bei einer der reichsten Frauen der Welt. Er stieg steil auf und stürzte tief ab, erlitt Demütigungen und sexuelle Gewalt, lebte mal in Saus und Braus und bald wieder von der Sozialfürsorge. Und jedes Mal, wenn er zur Besinnung kam, musste er erkennen, dass er tiefer gesunken war. Bis er sich, gezeichnet von Drogen und Krankheit, der Lüge seines Lebens stellte.
Hat die Seele ein Geschlecht? Für die junge Frau, die 29 Jahre lang als Christian Brönimann im Körper eines Mannes lebte, liegt die Antwort auf der Hand: Ihre weibliche Seele hat sich in die falsche Hülle verirrt.
Daniel J. Schüz gelingt es, die Berg- und Talfahrten der Nadia Brönimann eindrücklich aufzuzeichnen. Spannend wie ein Film, der einen so schnell nicht wieder loslässt. |
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