erschienen in der ärzte Zeitung vom 14. Februar 2003

Mit 14 ein Mädchen,
mit 16 ein junger Mann

Sam Zoltens beeindruckende Studie "Just call me Kade"

Dieses Mädchen wollte schon immer keines sein: Kate trägt kurze Haare, spielt leidenschaftlich gern Fussball und orientiert sich auch sonst mehr an Jungen als an ihrer älteren Schwester. Fotos belegen das, auch Ausschnitte aus Videofilmen. Und dann kommt Kate selber zu Wort. Als 14jährige spricht sie dem Dokumentarfilmer Sam Zolten in die Kamera - offen, wortgewandt und vor allem kompetent informiert sie über das, was sie mit Hilfe der Medizin erreichen will: eine Geschlechtsumwandlung!

Mit "Just call me Kade" schuf der US-Regisseur Zolten eine beeindruckende Studie über einen Menschen, der in einen falschen Körper hineingeboren wurde. Die Probleme fangen mit der Pubertät an. Menstruation und die Ausbildung weiblicher Formen stürzen Kate in tiefe Depressionen. Vermutungen, sie sei homosexuell, weist sie von sich. Klar wünscht sie sich eine freundin - aber ist das nicht normal für einen Jungen?

Vor der Kamera kommen auch Angehörige und freunde von Kate zu Wort: ihre Grossmutter und ihre Schwester, die unter dem Anderssein des Teenagers leiden; die Fussballfreunde, die Kate als ihresgleichen akzeptieren; nicht zuletzt die Mutter, die das Leiden ihrer Tochter ernst nimmt und nach vielen Gesprächen mit ärzten dafr sorgt, dass Kate mit Hilfe von Testosteron-Spritzen langsam in einen Männerkörper hineinwachsen kann.

So wird aus Kate Kade. Ein Zeitsprung zeigt den 16jährigen bei der Rasur, auf der Highschool, zusammen mit seiner freundin. Kade ist glücklich. Zolten: "Da sieht man, was Liebe in der Familie für einen Menschen bedeuten kann." (Smi)

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