Quelle: www.amazon.de Publikations-Datum: Dezember 2000
Autorin:
Beate Strobel



Kopenhagen, 1925. Die grosse Verwandlung beginnt mit einer kleinen Bitte: Die Malerin Greta fragt ihren Mann Einar, ob er für ein fehlendes weibliches Modell einspringen könne. Das Kleid, die Seidenstrümpfe, die senfgelben Schnürschuhe lösen in Einar ein Gefühl aus, das er lange verdrängt hatte. "... er fühlte sich wie untergetaucht, als schwimme er im sommerwarmen Meer. Und irgendwo in seinem Kopf war eine Stimme: das leise Schluchzen eines verängstigten kleinen Mädchens." "Wir sollten dich eigentlich Lili nennen", meint Greta.

Es bleibt nicht bei dem einen Ausflug in die Weiblichkeit. Immer häufiger verwandelt sich Einar in Lili, bis aus der ehelichen Zweisamkeit eine Menage à trois geworden ist. Lili kommt und geht, wann sie will, entwickelt einen eigenen Charakter, hat ihre eigenen Liebesaffären. Nur wenn Greta Lili malt, hat sie noch Macht über sie. Je weiter sich Lili/Einar von Greta entfernt, desto besser, intensiver werden die Gemälde. So hilft Lili sowohl Greta als auch Einar, zu sich zu finden. Bis nur noch der letzte Schritt bleibt: Einar will in Dresden durch eine Operation endgültig zu Lili werden und damit das letzte Band zwischen sich und Greta trennen.

Per Zufall stiess der Kalifornier David Ebershoff über die wahre Geschichte des Dänen Einar Wegener, der sich als Erster einer Geschlechtsumwandlung unterzog. In Das dänische Mädchen, seinem Debütroman, hält sich Ebershoff aber nur am Rande an die Fakten. In erster Linie erzählt er mit sanften und zärtlichen, dennoch eindringlichen Worten eine ungewöähnliche Liebesgeschichte. In den USA erntete Ebershoff für seinen Erstling viel Lob, die Buchrechte wurden in elf Länder verkauft.

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