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Kopenhagen,
1925. Die grosse Verwandlung beginnt mit einer kleinen Bitte: Die
Malerin Greta fragt ihren Mann Einar, ob er für ein fehlendes weibliches
Modell einspringen könne. Das Kleid, die Seidenstrümpfe, die
senfgelben Schnürschuhe lösen in Einar ein Gefühl aus,
das er lange verdrängt hatte. "... er fühlte sich wie
untergetaucht, als schwimme er im sommerwarmen Meer. Und irgendwo in
seinem Kopf war eine Stimme: das leise Schluchzen eines verängstigten
kleinen Mädchens." "Wir sollten dich eigentlich Lili
nennen", meint Greta.
Es bleibt nicht bei dem einen Ausflug in die Weiblichkeit. Immer häufiger
verwandelt sich Einar in Lili, bis aus der ehelichen Zweisamkeit eine
Menage à trois geworden ist. Lili kommt und geht, wann sie will,
entwickelt einen eigenen Charakter, hat ihre eigenen Liebesaffären.
Nur wenn Greta Lili malt, hat sie noch Macht über sie. Je weiter
sich Lili/Einar von Greta entfernt, desto besser, intensiver werden
die Gemälde. So hilft Lili sowohl Greta als auch Einar, zu sich
zu finden. Bis nur noch der letzte Schritt bleibt: Einar will in Dresden
durch eine Operation endgültig zu Lili werden und damit das letzte
Band zwischen sich und Greta trennen.
Per Zufall stiess der Kalifornier David Ebershoff über die
wahre Geschichte des Dänen Einar Wegener, der sich als Erster einer
Geschlechtsumwandlung unterzog. In Das dänische Mädchen, seinem
Debütroman, hält sich Ebershoff aber nur am Rande an die Fakten.
In erster Linie erzählt er mit sanften und zärtlichen, dennoch
eindringlichen Worten eine ungewöähnliche Liebesgeschichte. In den
USA erntete Ebershoff für seinen Erstling viel Lob, die Buchrechte
wurden in elf Länder verkauft.
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